Tierarztpraxis Waldkirchen

Rindergrippe


Die Rindergrippe kann durch eine Vielzahl unterschiedlicher bakterieller und viraler Erreger ausgelöst werden.

Oft sind Bakterien beteiligt, die nur unter ungünstigen Haltungsbedingungen krank machen.

Kein Antbiotikaeinsatz kann optimierte Haltungsbedingungen ersetzen! Daher verbessern Sie die Haltungsbedingungen: 

  • Zugluft vermeiden (geeignete Abdeckungen),
  • Luftfeuchtigkeit reduzieren,
  • Belegdichte anpassen.

 

Neben den Haltungsbedingungen ist auch die Prophylaxe ein wichtiger Punkt in der Grippebekämpfung. Dafür stehen verschiedene Impfstoffe zur Verfügung:   

a) Inaktivierte Vakzinen, die ein breites bakterielles und virales Spektrum erfassen.  Diese Impfstoffe eignen sich nur für noch nicht erkrankte Tiere.  Eine belastbare Immunität tritt erst 10 bis 14 Tage nach der Zweitimpfung ein.   

b) Attenuierte (angepasste lebende Erreger, die ihre krankmachenden Eigenschaften weitgehend eingebüßt haben) Impfstoffe, die zumeist ein eher enges virales Spektrum abdecken (BRSV und PI3). Diese Impfstoff eignen sich zum Teil auch für eine Impfung in den erkrankten Bestand hinein. Trifft man den richtigen Erreger, tritt oft schon nach 36 Stunden eine deutliche Verbesserung der Herdensymptomatik ein, jedoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Erreger gezielt erwischt wird geringer als bei inaktivierten Kombi-Impfstoffen.

Wichtig ist: Für Tiere, die während einer Feldinfektion geimpft wurden, ist eine Nachimpfung nicht erforderlich. Lassen Sie sich nicht dazu überreden, wenn die „Notimpfung“ bereits erfolgreich war!  

 

Fakultativ pathogene Erreger (Keime, die erst unter ungünstigen Haltungsbedingen zum Problem werden) können durch Impfstoffe nur schwer erfasst werden. Für eine exakte Diagnose

bei Bestandsproblemen sind Trachialspülproben und Tupferprobeentnahmen unerlässlich. Wir informieren Sie gerne über diese Methoden.

Es gibt aber gewisse Hinweise:  

  • Eine akute Erkrankung der ganzen Herde (die meisten Tiere, auch klinisch noch unauffällige, haben hohes Fieber) spricht eher für eine Virusinfektion.  Zudem sprechen die betroffenen Tiere meist nicht sofort auf die Therapie an.  
  • Ein stetiger Anstieg (heute ein, morgen zwei Tiere usw.) der Erkrankungen spricht eher für bakterielle Infektionen. Der Einsatz von Antibiotika ist dann leider unerlässlich. Informieren Sie sich!

                   

Beachten Sie: Im chronischen Verlauf verwässert die Symptomatik. Melden Sie erkrankte Tiere zeitnah an, damit wir Ihren Tieren effizient helfen können ohne dass sich die Krankheit ausbreiten kann!

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